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Reisebericht: Sonnengruß am Ufer des Ganges Namasté,
das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir. So werden wir im Yoga
& Nature Cure Centre in der Welthauptstadt des Yoga, in Rishikesh am
Ganges von Dr. Sharma und Dr. Manju empfangen. Bei strahlendem Sonnenschein,
Blütenpracht im Ashramgarten, Blick auf die Vorgebirge des Himalaja und dem
leckeren Essen mit Salat, Reis, Gemüse, Dal (Linsensuppe) und Chapatis
(indische Fladen Mit
"Surya Namaskar", dem Sonnengruß, beginnt un Zum Frühstück gibt es Gemüse-Pfannkuchen, nach der Verdauungspause geht es weiter zur Ölmassage. Das mitgebrachte Frotteelaken über die Liege gespannt und erneut ist Erholung pur angesagt. Mit einem ayurvedischen Öl massieren Lakshmi und Shakuntala Beine, Arme, Bauch und Rücken - den Abschluss bildet die "Headmassage". Wer will, kann hier auch eine Panchakarma-Kur (ayurvedische Reinigungskur) machen. Wohlig-warm und optimal durchblutet kann nun in Ruhe das Mittagessen abgewartet werden - und die Siesta danach. Beim
Spaziergang entdecken wir die kleinen Häuschen am Strand, in denen viele
Yogis wohnen. Solche, die auch die Marihuana-Pflänzchen in ihrem Garten
benutzen und die vielen richtigen spirituellen Meister, die die Verbindung
zum Universum durch Meditation anstreben. Wenig Besitz haben sie alle.
Manche Sadhus, die "Naga Babas" tragen nicht einmal Kleidung.
Einzig mit Asche eingerieben kommen sie alle paar Jahre zur Kumbh Mela,
einem besonderen hinduistischen Fest, aus ihren Höhlen im Himalaja zum
Ganges herunter. An einem besonderen Neumond- Tag war in diesem Jahr ein
heiliges Bad im Ganges angesagt. Die Nagababas gründsätzlich nackt, Frauen
behalten auch beim heiligen Bad ihre Kleider an. Auch wir schließen
uns diesem Ritual der vielen Pilger an. Schließlich ist das Gangeswasser in
Rishikesh noch sauber, weil es direkt aus dem Himalaja kommt. Ein
Rikschafahrer möchte von uns 50 Rupien haben, obwohl der normale Fahrpreis
für uns vier nur 16 wäre. Da gehen wir lieber zu Fuß. Ein Glück, denn so
treffen wir einen ehemaligen Yogalehrer unserer Yogalehrerin Christa Laurisch,
der gerade in einem Hotel seinen Yogaraum ausbauen lässt und uns zum Tee
einlädt. Er war Schüler von Maharishi Mahesh Yogi, dem Guru der Beatles. In dessen wunderschönen, aber dem Zerfall preisgegebenen Ashram,
finden wir später
durch einen Zufall Einlass. Am Strand lernen wir Pushpa kennen. Und
die wohnt mit ihrer Familie mit fünf Kindern in dem einstigen
Prunk-Anwesen, in dem Ende der 60er Jahre die Beatles meditierten und
dadurch Rishikesh im Westen bekannt machten. Der Jahrtausende alte Sitz der Weisen (Rishis = Seher),
die am Himmelsfluss Ganges meditierten, ist für die Rishis der Ausgangspunkt zu den Göttern im
Himalaja (Shiva und Familie, darunter Sohn Ganesh, der Elefantengott). Das "White Album" der Beatles ist von
ihrem Indien-Aufenthalt inspiriert. Beeindruckend sind die mit Feldsteinen gemauerten Häuschen
mit einer kleinen Meditationshütte auf dem Dach. Wer von dort oben weit über
den Ganges und auf Rishikesh blickt, weiß, dass dieser Ort zu den schönsten
Flecken dieser Erde gehört. Gern
schließen wir uns abends der Ganga Arti an, dem hinduistischen Ritual mit
einer Feuerzeremonie, das vor dem Parmarth Niketan Ashram besonders
ausgiebig zelebriert wird. Der Dank an die Sonne, die das Leben auf der Erde
ermöglicht und die gezeigte Verbundenheit mit allen Menschen wird oft von
Fernsehleuten gefilmt und meist nonstop-fotografiert. Zu Abend sind wir
beim Bürgermeister und seinem Bruder, dem Lehrer Vinod,
eingeladen. Mit dem kann man herrlich philosophieren und wir erfahren alles
über den Familientempel "Shatrughna" aus dem neunten Jahrhundert,
gegründet von Adi Guru Shankaracharya, Immer wieder hören wir uns an, dass
es das Wichtigste sei, im Hier und Jetzt zu leben und mit den Gedanken weder
der Vergangenheit nachzuhängen, noch in die Zukunft zu schweifen.
Meditation hilft dabei, den Geist unter Kontrolle zu bringen und sich nicht
von ihm durch die vielen Gedanken, wie aus einem Computerprogramm, fremd
steuern zu lassen. Familie und Sozialgefüge seien zudem wichtig, damit die
Menschen zufrieden sind. Denn nicht Geld mache glücklich, sondern
emotionale Beziehungen, erläutert uns Lehrer Vinod, Tochter Kriti (3) immer
anhänglich auf dem Arm. Ob die wohl auch die vielen Sadhus haben, die
nachts mit nur einer Decke am Gangesufer oder in den Ladeneingängen
schlafen? Hungern jedenfalls müssen sie nicht. Ihr Essen bekommen sie täglich
aus dem Ashram.
Dr.
Sharma und Dr. Manju erläutern uns die Ausgangspunkte ihrer
ganzheitlichen Behandlung. Sie gehen davon aus, dass der menschliche Körper
aus den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther besteht. Leiden
entstehe durch ein Ungleichgewicht. Gifte und Schlacken, die sich lange
Jahre im Körper angesammelt hätten, seien die Ursache für Krankheit und
Leid. Durch die Behandlung würden die Gifte aus dem Körper entfernt -
durch den Darm, über die Haut, durch Lungen und Nieren. 90 bis 95 Prozent
der Arthritis-Patienten könnten so geheilt werden. Diabetiker würden
lernen, ohne Medikamente auszukommen, alle Patienten lernen, wie sie ihr
Leben im Einklang mit der Natur führen können. Die Heilkraft zur Bewältigung
der Krankheit stecke schließlich in jedem selbst. Viel zu schnell sind die
zwei Wochen um. Nur gut, dass ich mir das Yogaprogramm kopiert habe und nun
täglich um 6 Uhr für eine Stunde mein Urlaubsyoga weiterpraktizieren kann.
Susanna
Fofana
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Reisebericht:
Zur
Quelle des Ganges Vor
über einem Jahr wurde die Idee zu einer „Ganga-Himalaya-Yatra“, Die Yatra – Tour: Delhi+++Rishikesh (356 m)+++Dharali
(2575 m)+++Treck zu den sieben Seen (ca. 3000 m)+++Gangotri mit
Gangotri-Tempel (3048 m)+++Treck nach Bhojbasa (3792 m)+++Treck zur
Gangesquelle Gaumukh (3892 m)+++Treck zurück nach Gangotri (3048 m)+++Uttarkashi+++Rudraprayag
(610 m)+++ Triyugi Narayan mit Sri Triyuginarayan Tempel (1982 m)+++Gaurikund
(1980 m)+++Treck zum wichtigsten Shiva-Tempel Indiens dem „Shivmandir“
in Kedarnath (3584 m)+++Treck zurück nach Gaurikund (1980 m)+++Rudraprayag
(1310 m)+++Treck zum Deoria-See (ca. 2000 m)+++Dugalbitta (2360 m)+++von
Chopta (2700 m) Treck zum höchst gelegenen Shiva-Tempel der Welt, dem
Tungnath-Tempel (3800 m) und zum Gipfel des Chandrachila (4090
m)+++Rudraprayag (610 m)+++Rishikesh (356 m)+++ Für
11 Yoga-Praktizierende begann am 3. Oktober unsere Reise. Sie führte uns
von Delhi über abenteuerliche Straßen (225 km in 10 Stunden) zunächst
nach Rishikesh am Fuße des Himalaya. Zwei Tage nutzten wir zum Ankommen,
Umstellen, für Yoga, Spaziergänge am Ganges und Massagen. Dann fuhren wir
in Jeeps viele Stunden über kurvenreiche Straßen in den Himalaya hinein
(aus 9 geplanten Stunden werden auf Indiens Straßen schnell mal 12…) zur
ersten Station unserer Yatra und unternahmen am nächsten Tag eine erste
kleine Übungstour zu den sieben Seen von 2575m auf knapp 3000 m. Das
Herz schlug schon noch etwas schneller beim bergauf gehen in dieser Höhe.
Belohnt wurden wir mit einer herrlichen Sicht auf die umliegenden 7000er. Während
der gesamten Reise hatten wir bestes Wetter und dadurch traumhafte Sichten
in die bezaubernde Bergwelt. Ein
nächstes Ziel war für uns Gangotri (3048 m), ein wichtiger Pilgerort am
Ganges. Vor langer Zeit befand sich hier die Hauptquelle des Ganges.
Inzwischen ist der Gletscher sehr geschmolzen, sodass unser Ziel, die Quelle
des Ganges zu erwandern, anstrengender geworden ist. Von Gangotri aus
machten wir uns in aller Frühe auf den Weg in den sehr gepflegten
Nationalpark. Ein schmaler Pfad führte uns in die Höhe. Tief unten
begleitete uns „Bhagirathi“, der wilde Hauptquellfluss des Ganges. Die
Wege sind nicht so ganz ohne. Achtsamkeit und Kameradschaft waren gefragt.
Mehrmals gefährdeten uns Steinschläge, von Tieren ausgelöst. Bäche
mussten auf schwankenden Bohlen überquert werden. Das fiel mir besonders
schwer. Aber auch hier konnten wir schönste Ausblicke auf schneebedeckte
Berge vor blauem Hintergrund bewundern, was sofort die Mühen des Aufstiegs
vergessen ließ. Ein
anderer Tourenabschnitt begann mit einer Veränderung, Hier
konnte man sich entscheiden, ob der Aufstieg nach Kedarnath (3584 m) zu Fuß,
zu Pferde oder per Sänfte erfolgen sollte. Ich entschied mich, der Kraft
meiner eigenen Beine zu vertrauen. Im Gegensatz zu dem sauberen Weg im
Nationalpark nach Gaumukh war dieser Weg sehr durch die „Abfallprodukte“
der Pferde und jede Menge Müll verschmutzt. Ich beschloss, mich auf die
freundlichen Menschen zu konzentrieren. Indien beschert immer wieder ein
Wechselbad der Gefühle. Für eine Pause setzten wir uns auf eine Bank. Es
dauerte nicht lange, da saßen uns einige Frauen gegenüber, die uns
freundlich anlachten und mit uns ins Gespräch kommen wollten. Und natürlich
wollten sie auch mit uns fotografiert werden. Diese Offenheit und fast
kindliche Neugierde begegnete uns ständig. Mir war auch ein Rätsel, wie es
die Sänftenträger bei dem steilen Weg und zu tragendem Gewicht hinbekamen,
mit einem Lächeln und blitzenden Augen zu grüßen. Gegen Abend kamen wir
in Kedarnath an. Am
nächsten Morgen um 7.00 Uhr besuchten wir den wichtigsten Shiva-Tempel, ein
Heiligtum, zu dem Inder hinduistischen Glaubens einmal im Leben pilgern möchten.
In der Pilgerzeit stehen die Pilger aus aller Welt oft kilometerweit an, um
in den Tempel zu gelangen. Auch hier erlebten wir wieder das feierliche
Ritual einer Puja. Der Tempel ist von einer malerischen Kulisse vieler fast
7000er umgeben, der höchste von ihnen ist der Sri Kedarnath (6940 m). Wir
hatten wieder das große Glück, die Schnee- und Eisbergwelt vor dem
Hintergrund eines tiefblauen Himmels zu sehen. Und der Mandakini ist hier
vor dieser herrlichen Kulisse schon Ich
merke gerade, die Worte reichen nicht aus, um diese einmalige Landschaft zu
beschreiben. Ich bin glücklich, sie gesehen zu haben. Wie mag es da erst
den Bergkletterern ergehen, die sich ja in ganz anderen Höhen bewegen. In
einem idyllischen kleinen Bergkessel auf 2360 m Höhe befand sich in Duglabitta
unsere letzte Treckingunterkunft. Hier feierten wir gemeinsam mit unserer
indischen Begleitmannschaft Diwali, das hinduistische Lichterfest, das für
Inder so bedeutsam ist, wie für uns Weihnachten. Die Ankündigung der Nacht
als letzte sehr kalte Nacht des Treckings hat sich zum Glück nicht
bewahrheitet, denn es waren immerhin noch etwa 8°C. Die starken Temperatur-
und Höhenschwankungen hat die ganze Gruppe erstaunlich gut verkraftet. Am
letzten Tag des Treckings stand ein echter 4000er Gipfel auf unserem Plan.
Bisher waren wir immer knapp darunter und hatten nie ein Gipfelerlebnis, da
wir uns „nur“ am Fuße der 7000er bewegt haben. Ab Chopta galt es, in
nur etwa 6 km 1300 Höhenmeter zu überwinden. Es ging also für meine Verhältnisse
recht steil bergauf. Nach etwa 2 Stunden kamen wir bei dem auf ca. 3900 m höchstgelegenen
Shiva-Tempel, dem Tungnath, an. Nach kurzer Verschnaufpause machten wir uns
auf den Weg zum Gipfel. Die Sonne schien, der Himmel war blau, trotzdem
hielten sich die umliegenden 7000er etwas bedeckt, was der euphorischen
Stimmung keinen Abbruch tat. Wir waren alle sehr glücklich, dort oben gut
angekommen zu sein und genossen den wunderbaren Rundblick. Britta, eine der
Yatra-Teilnehmenden, rezitierte für uns einen Puja-Text in Sanskrit. Susanne
Karafiat
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